Mia und der freundliche Brummbär
Es war ein schöner Spätsommertag, an dem die goldene Sonne durch die Wipfel der Bäume schien. Die Blätter raschelten leise im Wind und ab und zu flog ein Schmetterling vor Mia vorbei. Sie freute sich auf ihren Spaziergang durch den Wald, den sie so liebte.
Mia war ein neugieriges Mädchen mit frechen Locken und großen, leuchtenden Augen. In ihrer Hand hielt sie einen kleinen Rucksack, in dem sich ein Apfel und ein paar Kekse versteckten. Gleich neben ihr hüpfte Kiki, das lustige Eichhörnchen, aufgeregt von Ast zu Ast.
„Komm schon, Mia!“, piepste Kiki freudig, während es von einem Baumstamm zum nächsten sprang. „Ich habe gehört, dass Brumm, der Bär, heute auch hier ist.“
Mia zögerte ein wenig. Sie hatte Geschichten über den großen Bären im Wald gehört, der immer so brummig sein sollte. „Kiki,“ fragte sie leise, „meinst du, er ist wirklich so unfreundlich, wie alle sagen?“
Kiki kicherte und setzte sich neben sie auf einen niedrigen Zweig. „Das glaube ich nicht, Mia. Vielleicht ist er nur ein bisschen schüchtern.“
Sie gingen weiter, der Duft von frischem Moos und die Wärme der Sonne umhüllten sie. Der Waldweg führte sie tiefer in den Wald, zu einer kleinen Lichtung. Dort, in der Mitte, lag Brumm, der Bär. Sein Fell leuchtete im Sonnenlicht und seine großen Pfoten ruhten entspannt in der Erde.
„Hallo, Brumm!“, rief Kiki mutig aus. Der Bär öffnete langsam ein Auge und brummte fragend.
„Ähm, hallo“, sagte Mia schüchtern, trat näher und fühlte, wie ihr Herz ein wenig schneller schlug.
Brumm richtete sich träge auf und sah das Mädchen und das Eichhörnchen an. Seine Augen wirkten freundlich, und obwohl er brummig aussah, schien er kein bisschen bedrohlich zu sein.
„Ich mag es, hier zu liegen, weil die Sonne so schön wärmt“, murmelte der Bär und schaute Mia an. Seine Stimme war tief, aber nicht unfreundlich.
Langsam entspannte sich Mia und setzte sich neben Brumm auf den weichen Waldboden. „Magst du vielleicht einen Apfel?“, fragte sie zögernd und hielt ihm den roten Apfel aus ihrem Rucksack hin.
„Oh, das wäre lieb“, brummte der Bär und nahm den Apfel vorsichtig mit seiner großen Pfote. Er biss hinein und nickte zufrieden. „Danke, Mia.“
Während sie so dasaßen, erzählten Kiki und Mia Geschichten aus dem Wald, und Brumm hörte geduldig zu. Sein Brummton mischte sich immer wieder mit ihrem Lachen, und langsam verflog Mias Angst ganz.
Die Sonne sank langsam und tauchte den Wald in warmes Orange. Mia schaute glücklich zu Kiki und Brumm. „Weißt du, Brumm, ich hatte erst ein bisschen Angst vor dir“, gestand sie.
Brumm lachte leise, ein sanfter Brummton, der durch den Wald hallte. „Das verstehe ich. Aber Angst musst du vor mir nicht haben. Ich bin gar nicht so brummig, wie ich aussehe.“
Mia nickte und fühlte sich wohlig geborgen in der neuen Freundschaft. Der Abend nahte, und die Farben des Himmels änderten sich in zarte Pastelltöne. Mia stand auf und sah die funkelnden Sterne am Himmel.
„Kommen wir morgen wieder hierher, Kiki?“ fragte Mia, während sie ihren Rucksack schulterte.
„Natürlich, das machen wir!“, antwortete Kiki freudig, und Brumm erhob sich behäbig, um sich für die Nacht vorzubereiten.
In dieser Nacht kehrte Mia mit einem Lächeln im Gesicht zurück nach Hause. Sie hatte einen neuen Freund gefunden, und die Brummigkeit des Bären war nichts anderes als Schüchternheit, die sich in Wärme und Geborgenheit auflöste. Der Wald schien an diesem Abend ein wenig heller zu strahlen, als ob die Bäume selbst zufrieden murmelten.
Mia wusste, dass sie bald tief und fest schlafen würde, mit Gedanken an die schönen Momente des Tages und der Vorfreude auf den nächsten Besuch im Wald. Ihr Herz war glücklich, und ihre Augen wurden schwer, bis sie schließlich in einem friedvollen Schlaf versank.




