Fips und der stille Winterpfad
Es war ein klarer Wintermorgen und der Wald lag still unter einer dicken Schicht Schnee. Fuchs Fips schnupperte in die kalte, erfrischende Luft und ließ seinen Blick über die weiße Pracht schweifen. ‘Was für ein perfekter Tag für ein Abenteuer’, dachte er und scharrte aufgeregt mit seinen Pfoten den Schnee zur Seite, um seinen Freund Emil zu wecken.
‘Wach auf, Emil’, rief Fips sanft. ‘Die Welt wartet auf uns!’ Der kleine Igel blinzelte schlaftrunken, schüttelte den Schlaf ab und lächelte. ‘Was hast du vor, Fips?’
‘Wir wollen eine Winterwanderung machen und sehen, was der Wald zu bieten hat’, antwortete Fips mit einem leichten Funkeln in den Augen.
Emil nickte eifrig und nahm seinen Schal. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zur Lichtung, wo Häsin Lotte schon ungeduldig mit den Pfoten wippte. ‘Da seid ihr ja! Ich dachte schon, ihr hättet es euch anders überlegt’, lachte sie.
Der Pfad durch den verschneiten Wald war schmal, aber gut zu erkennen. Die Bäume trugen schwer unter der Last des Schnees, und ab und zu fiel eine Flocke leise zu Boden. Die drei Freunde stapften fröhlich los, hinterließen kleine Spuren im Schnee und lauschten dem Knirschen unter ihren Füßen.
Der Duft von tannigen Zweigen und die knackige, klare Luft erfüllten ihre Nasen. Die Sonne warf lange Schatten und ließ den Schnee glitzern, als ob der ganze Wald in einen märchenhaften Glanz getaucht wäre.
Nach einer Weile allerdings, als die drei um eine Biegung gingen, hielt Fips plötzlich inne. ‘Ich glaube, wir haben uns verlaufen’, murmelte er, während er sich umsah. Emil zog seinen Schal enger. ‘Wo sind denn die Spuren hin?’, fragte Lotte und schaute umher.
Ein leichter Wind ließ die Zweige rauschen und ein paar Schneeflocken tanzten über den Weg. Fips setzte sich hin und überlegte. ‘Wir müssen einfach nur unsere Spuren zurückverfolgen’, sagte er dann selbstbewusst.
‘Aber die Spuren sind verweht’, gab Lotte zu bedenken. Emil überlegte und sagte schließlich: ‘Vielleicht können wir uns an den großen, alten Baum erinnern, den wir gesehen haben?’ Fips nickte. ‘Eine gute Idee, Emil. Los, wir suchen diesen Baum!’
Während sie sich auf den Weg zurück machten, erzählte Lotte von all den funkelnden Eiskristallen, die sie unterwegs gesehen hatte. Emil erinnerte sich an das freundliche Lächeln der Sonne und wie sie den Wald sanft in goldenes Licht tauchte.
Nach einer Weile stießen sie auf den alten Baum mit der knorrigen Rinde, die ihnen bereits auf dem Hinweg aufgefallen war. ‘Da ist er!’, rief Fips erleichtert. Und tatsächlich, von hier aus fanden sie auch die vertrauten Spuren, die zurück zur Lichtung führten.
Eine warme Freude durchströmte sie, als sie schließlich wieder ihren Ausgangspunkt erreichten. ‘Wir haben’s geschafft!’, jubelten sie und Fips rollte sich zufrieden im Schnee. ‘Zusammen sind wir unschlagbar’, sagte Emil und Lotte nickte zustimmend.
Die Abendsonne malte den Schnee in rosa und orangefarbenen Tönen, während die drei Freunde nebeneinander saßen und den Tag ausklingen ließen. Sie wussten, dass der Wald viele Geheimnisse barg, aber gemeinsam würden sie immer den Weg finden.
Als die Dämmerung sich sanft über den Wald legte, kuschelten sie sich eng zusammen und fühlten sich geborgen und glücklich. ‘Gute Nacht, kleiner Wald’, flüsterte Fips leise, und der Wind trug seine Worte wie ein Lied durch die Bäume.




