Zusammenhalt bei ersten Skiversuchen
Es war ein klarer Wintermorgen, als Emma und Luca das erste Mal auf einer richtigen Skipiste standen. Ihr Atem formte kleine Wölkchen in der klaren, kalten Luft. Um sie herum glitzerten die Eiskristalle auf dem Schnee im Sonnenlicht. Die beiden Freunde zogen ihre Mützen tiefer ins Gesicht und schauten sich um. Vor ihnen schlängelte sich die Anfängerpiste den Hügel hinunter, endlos lang und ein wenig einschüchternd.
Luca, etwas mutiger von den beiden, stupste Emma an. „Komm, das schaffen wir! Ich hab‘ schon geübt, ein bisschen zumindest“, sagte er und gab sich die beste selbstsichere Mine.
Emma blickte skeptisch auf ihre Ski. „Aber was, wenn ich falle? Und diese Schuhe sind so komisch“, murmelte sie. Die klobigen Skischuhe fühlten sich fremd und schwer an.
„Du wirst nicht fallen, und wenn doch, dann fangen wir uns halt gegenseitig auf“, meinte Luca und grinste dabei aufmunternd.
Gemeinsam gingen sie zum Rand des kleinen Abhangs, wo die anderen Kinder sich schon tummelten. Man konnte hören, wie die Ski über den Schnee schabten, das leise Zischen und Knistern, wenn jemand startete oder bremste.
Emma atmete tief ein, der kalte Wind roch frisch und machte ihre Nase kitzelig. „Okay, aber du gehst zuerst“, entschied sie und beobachtete, wie Luca langsam und vorsichtig losschlidderte. Anfangs sah man, wie er ein wenig schwankte, doch dann fand er seinen Rhythmus.
„Los, Emma! Schau, so schwer ist das gar nicht!“ rief Luca über die Schulter, während er lachend den Hügel hinunterfuhr.
Ermutigt durch Lucas Erfolg, spürte Emma ein Kribbeln der Vorfreude in sich aufsteigen. Mutig schob sie sich ab und begann mit wackeligen Bewegungen den schneebedeckten Hang hinunterzurutschen.
Der Wind wehte ihr ins Gesicht, und für einen kurzen Moment fühlte es sich an, als würde sie fliegen. Doch dann kam ein kleiner Hügel, den sie nicht gesehen hatte. Ihre Skier hoben kurz ab und Emma landete unsanft im Schnee.
Erschrocken blinzelte sie in den blauen Himmel, eine zarte Schneedecke bedeckte ihren Skianzug. Luca kam sofort zurück, seine Augen voll Sorge. „Alles okay?“ fragte er.
Emma nickte, ein wenig eingeschüchtert, aber nicht verletzt. „Ja, ich glaube schon. Es war… wie rutschen auf Wolken, bis ich runtergefallen bin.“
„Das war echt mutig von dir! Beim nächsten Mal zeig ich dir, wie du lenken kannst, dann passiert das nicht mehr“, bot Luca an. Und so verbrachten sie den Vormittag, abwechselnd lachend und mit roten Wangen von der Anstrengung.
Emma bemerkte, wie viel besser sie wurde, wenn sie Lucas Tipps folgte und er manchmal hinter ihr herfuhr, um ihr zu helfen, sich sicherer zu fühlen. Es war beruhigend zu wissen, dass er da war, wenn sie das Gleichgewicht verlor.
Später, als die Sonne begann, tiefer zu stehen und der Himmel sich in ein warmes Orange färbte, standen die beiden gemeinsam auf der Anhöhe. „Ich wusste gar nicht, wie viel Spaß das macht. Danke, dass du mich überredet hast“, sagte Emma und ihre Augen leuchteten.
Luca grinste zufrieden. „Zusammen macht alles einfach mehr Spaß, oder?“
Sie ließen sich noch ein letztes Mal den Hügel hinuntergleiten, die Freude darüber, diesen Tag miteinander verbracht und etwas Neues gelernt zu haben, lag ihnen auf den Herzen. Zurück im warmen Skihaus, mit einer heißen Schokolade in den Händen, fühlten sie sich glücklich und geborgen.
„Du, Emma“, begann Luca, „morgen probieren wir das gleich nochmal, oder?“
Emma lächelte und nickte. „Klar, morgen. Zusammen.“
Während sie da saßen und der Schnee draußen weiter leise fiel, wussten sie, dass dieser Wintertag noch lange in ihren Erinnerungen bleiben würde. Es gibt nichts Besseres, als neue Dinge mit einem Freund an seiner Seite zu lernen.




