Der Abend, als die Wiese leuchtete
Auf der großen Wiese blühten kleine, bunte Blumen. Das Gras war weich und ein bisschen feucht. Es roch nach frischer Erde, nach sanftem Regen und nach vielen grünen Halmen. Die Sonne war schon tiefer. Ihr Licht wurde immer goldener und wärmer. Emma hielt die Hand von Mama und Papa, ganz fest. Zusammen gingen sie langsam über den schmalen Pfad. Immer wieder blieb Emma stehen und sah den Himmel an. Vögel flatterten still von Ast zu Ast. Ein Schmetterling setzte sich auf Mamas Ärmel. Seine Flügel zitterten leise. Überall schimmerten Blüten und Grashalme im Abendlicht. Emmas Füße versanken leise im weichen Gras. Die Luft war still. Mama lächelte und nickte Emma zu. Papas Hand war warm und ruhig. Der kleine Wind strich durch Emmas Haare. Alles fühlte sich leicht an. Immer leiser wurden die Stimmen der Vögel. Ein Käfer krabbelte über ein Blatt. Die Sonne schob noch ein paar letzte Strahlen zwischen die Bäume. Das Licht wurde sanfter. Der Weg wurde weicher. Emma wurde langsamer, ihre Arme schwerer. Mama nahm sie auf den Arm. Ganz sanft. Papa streichelte ihren Rücken. Emma hörte das Rascheln der Blätter, fühlte Mamas weiches Haar an ihrer Wange. Nur noch ein paar Schritte. Die warme Hand von Mama, das Licht, das weich wurde. Wie Wolken alles einhüllte. Jeder Atemzug wurde ruhiger. Jeder Schritt wurde langsamer. Das Gras war weich. Die Luft war mild und still. Mamas Stimme war leise, Papas Wärme war da. Die Wiese leuchtete noch einen Herzschlag lang. Dann wurde alles ganz ruhig. Nur noch das sanfte Streicheln von Mamas Hand. Nur noch ein leiser Hauch von Frühlingsduft und Licht. Alles wurde weich und ruhig. Alles war gut.


