Der Markt in Marrakesch
Um zwölf Uhr mittags hing die Hitze tief in den Souks, als hätte jemand ein nasses Tuch über Marrakesch gespannt und vergessen, es wieder abzunehmen. Die Planen über den Gassen warfen gestreifte Schatten auf Gewürzsäcke, Lederpantoffeln und Körbe voller getrockneter Feigen. Aus einer Werkstatt klopfte ein Hammer auf Kupfer, immer im selben Takt: hell, hart, geduldig.
Sophie blieb vor einem schmalen Stand stehen, weil etwas Blaues zwischen all dem Messing aufblitzte. Nicht größer als eine Feige lag dort eine runde Dose mit Emaille auf dem Deckel. Das Blau war an zwei Stellen abgesprungen. Darunter sah man dunkles Metall. Auf dem Rand verlief eine Kratzspur, dünn wie ein gezeichneter Weg.
Sie griff danach.
Eine andere Hand kam von rechts. Sie hatte lange Finger, einen kleinen Schnitt am Daumen und einen Ring aus schwarzem Silber am Zeigefinger. Beide Hände berührten die Dose im selben Augenblick.
Sophie sah zuerst auf die Finger, dann auf den Mann.
Er trug ein weißes Hemd, das am Kragen offen stand. Eine Sonnenbrille hing an zwei Knöpfen, obwohl kein Stück Himmel in der Gasse zu sehen war. Sein Haar klebte an der Schläfe. Er roch nach Staub, Minze und der scharfen Seife, die manche Riads in winzige Schalen legen.
„Ich hatte sie zuerst“, sagte Sophie.
Sein Blick ging zu ihrer Hand. An ihrem linken Mittelfinger saß ein schmaler Silberring mit einer Kerbe, die sie seit Jahren mit dem Daumen suchte, wenn sie nachdachte. Gerade drückte ihr Daumen genau dort hinein.
„Ihre Hand war schneller“, sagte er. „Meine war näher.“
Der Händler hinter dem Stand hob den Kopf. Er hatte eine Narbe über der rechten Braue und ein Tuch um den Hals, das einmal rot gewesen sein musste. Vor ihm stand ein Glas Tee. Drei Minzblätter klebten am Rand.
„Ah“, sagte er. „Ein gutes Stück.“
„Wie viel?“, fragte Sophie.
„Für Sie?“ Der Händler legte zwei Finger an sein Kinn. „Vierhundert.“
Karim lachte einmal durch die Nase. „Für Touristen vierhundert. Für Leute, die zählen können, achtzig.“
Sophie sah ihn nicht an. „Hundert.“
„Hundertfünfzig“, sagte Karim.
Jetzt sah sie ihn an.
Er zuckte nicht. Nur sein Daumen strich über den Schnitt an seiner anderen Hand, langsam, als wollte er prüfen, ob Blut kam. Es kam keins.
„Sie erhöhen meinen Preis?“, fragte sie.
„Ich verhindere eine Beleidigung des Handwerks.“
„Das Objekt ist Ihnen also wichtig.“
„Das habe ich nicht gesagt.“
„Dann lassen Sie los.“
Er ließ nicht los.
Der Hammer aus der Werkstatt schlug weiter. Ein Esel schob sich hinter Sophie durch die Gasse, beladen mit zwei Säcken Orangen. Eine Schale platzte auf dem Boden auf. Der Saft lief in den Staub und verschwand sofort.
„Zweihundert“, sagte der Händler und zeigte dabei auf keinen von beiden.
Sophie zog ihren Leinenhut tiefer in die Stirn. Unter dem Hut hatte sich eine Strähne gelöst. Sie klebte an ihrer Wange. Karim bemerkte, wie sie sie nicht wegstrich. Er bemerkte auch, dass sie die Dose nicht fester hielt, obwohl er erwartet hatte, dass sie genau das tun würde.
„Sie kaufen nicht“, sagte er. „Sie kämpfen.“
„Und Sie?“
„Ich lasse mich ungern wegschieben.“
„Von Frauen?“
„Von Menschen, die so tun, als wäre die Welt ein Zug, den sie gebucht haben.“
Ihr Mund blieb ruhig. Nur ihr Daumen fand wieder die Kerbe im Ring.
„Sie kennen mich seit vierzig Sekunden“, sagte sie.
„In dieser Hitze reichen zwanzig.“
Der Händler trank seinen Tee und sah über den Glasrand hinweg von einem zum anderen. „Dreihundert“, sagte er.
„Er steigt“, sagte Sophie.
„Weil Sie beide schwitzen“, sagte der Händler. „Schweiß kostet.“
Karim grinste. Es war kein breites Grinsen. Nur eine Ecke seines Mundes bewegte sich, und Sophie sah es länger an, als nötig gewesen wäre. Dann zog sie ihre Hand zurück.
Karim hielt die Dose allein.
Für einen Atemzug lag der Sieg bei ihm, klein und blau in der Handfläche. Er senkte den Blick darauf, dann zu Sophies leerer Hand. An ihren Fingerspitzen blieb ein dunkler Metallstaub zurück.
„Gut“, sagte sie. „Dann zahlen Sie zu viel für etwas, das Sie nicht wollten.“
„Ich wollte es, sobald Sie es wollten.“
Sie lachte nicht. Der Satz hing zwischen ihnen, zu gerade für einen Witz.
Der Händler stellte sein Glas ab. Es klickte auf dem Holzbrett. „Fünfhundert.“
„Sie sind ein Dieb“, sagte Karim.
„Nein“, sagte der Händler. „Ich bin wach.“
Sophie nahm ein Tuch aus ihrer Tasche und wischte sich die Fingerspitzen. Das Tuch war weiß gewesen, bevor Marrakesch es bekommen hatte. „Ich gehe.“
Karim drehte die Dose in seiner Hand. „Wohin?“
„Dorthin, wo Männer nicht aus Prinzip Dinge festhalten.“
„Das wird ein kurzer Spaziergang.“
Sie sah ihn an. Zwischen ihnen drängte sich eine Frau mit einem Tablett voller kleiner Gläser. Der Duft von Minze und Zucker stieg auf. Karim trat einen halben Schritt zurück, damit das Tablett nicht gegen Sophie stieß. Sophie bemerkte es. Sie tat so, als hätte sie es nicht bemerkt.
„Viel Freude mit Ihrer Dose“, sagte sie.
„Sie wissen nicht einmal, was darin ist.“
„Sie auch nicht.“
„Vielleicht ist genau das der Punkt.“
Der Händler räusperte sich. „Vielleicht ist gar nichts darin.“
Beide sahen ihn an.
Er breitete die Hände aus. „Ich verkaufe nicht den Inhalt. Ich verkaufe den Moment vor dem Öffnen.“
Sophie schob ihr Tuch zurück in die Tasche. „Dann behalten Sie ihn.“
Sie ging.
Karim blieb stehen, die Dose in der Hand, den Lärm des Marktes um sich wie Wasser. Drei Sekunden lang sah er ihr nach. In der ersten Sekunde bemerkte er den Staub auf dem Saum ihres hellen Kleides. In der zweiten sah er, dass sie an einem Stand mit Ledergürteln vorbeiging, ohne die Ware anzusehen. In der dritten hob sie die Hand an ihre Wange und strich endlich die Strähne weg.
„Fünfhundert“, sagte der Händler.
Karim legte die Dose zurück auf das Tuch. „Nein.“
„Weil sie weg ist?“
„Weil Sie gierig werden.“
„Gier erkennt Gier.“
Karim griff nach seiner Sonnenbrille, steckte sie nicht auf, ließ sie wieder gegen sein Hemd fallen. „Sie verkaufen heute nicht.“
„Ich verkaufe jeden Tag.“
Der Händler nahm die Dose, schloss seine Finger darum und ließ sie verschwinden, als hätte sie nie dort gelegen. Dann beugte er sich vor. „Riad Zahra. Dachterrasse. Nach dem Asr-Gebet. Wenn Sie beide noch wissen, was Sie suchen.“
Karim antwortete nicht.
„Sie kennt den Weg“, sagte der Händler.
„Woher wissen Sie das?“
„Sie hat vorhin nach Jasminseife gefragt und den Preis nicht verhandelt. Wer das tut, schläft in einem Riad, nicht in einem Hotel.“
Karim betrachtete ihn. Der Händler lächelte nicht. Hinter ihm schlug der Hammer weiter auf Kupfer.
Am Nachmittag lag Sophie im kühlen Schatten ihres Zimmers im Riad Zahra und hörte Wasser in den Innenhof tropfen. Ein Vogel pickte an einer Dattel, die jemand auf der Brüstung vergessen hatte. Auf dem Tisch neben ihr stand die Jasminseife, noch in Papier gewickelt. Sie roch zu süß.
Sie hatte den Markt verlassen, ohne zurückzusehen. Das stimmte, solange niemand fragte, ob Schaufenster aus blankem Messing zählten, in denen Männer in weißen Hemden als verzerrte Streifen erschienen.
Um fünf ging sie auf die Dachterrasse.
Die Hitze hatte ihre Zähne verloren, aber sie blieb in den Fliesen. Über den Mauern standen Satellitenschüsseln, Wäscheleinen und die Spitzen von Palmen. Von unten kam das Klirren von Geschirr. Ein Muezzin rief in der Ferne, und eine zweite Stimme antwortete aus einer anderen Richtung, dünner, später.
Karim saß an einem niedrigen Tisch. Vor ihm standen zwei Gläser Tee. In einem sank ein Minzblatt langsam nach unten. Die kleine Messingdose lag zwischen den Gläsern.
Sophie blieb an der Treppe stehen. „Sie haben sie gekauft.“
„Nein.“
„Sie liegt vor Ihnen.“
„Der Händler hat sie bringen lassen.“
„Zu Ihnen.“
„An diesen Tisch.“
Sie kam näher, aber setzte sich nicht. Ihre Hand lag auf der Rückenlehne eines Stuhls. Der Silberring fing das Licht ein und warf einen winzigen Punkt auf die Wand.
„Sie haben ihn bezahlt“, sagte sie.
„Ich habe Tee bezahlt.“
„Für zwei.“
„Ich war optimistisch.“
Sie zog den Stuhl zurück. Das Holz scharrte über die Fliesen. Sie setzte sich nicht weich, sondern gerade, als hätte der Stuhl eine Prüfung verlangt.
Karim schob ihr ein Glas hin. Er berührte dabei den Rand nicht, nur den Unterteller. „Ohne Zucker.“
„Woher wissen Sie das?“
„Sie haben beim Stand mit den Gläsern das Gesicht verzogen, als die Frau den Löffel zum dritten Mal in den Topf gesteckt hat.“
Sophie nahm das Glas. „Sie beobachten viel für jemanden, der nicht interessiert ist.“
„Ich höre viel für jemanden, der recht behalten will.“
Sie trank nicht. Ein Tropfen lief außen am Glas hinunter und sammelte sich an ihrem Finger. Karim sah hin und zwang seinen Blick zur Dose zurück.
„Warum wollten Sie sie?“, fragte er.
„Warum geben Sie nicht nach?“
„Das war nicht die Frage.“
„Es war meine Antwort.“
Er nickte langsam. Unten schlug eine Tür. Auf dem Nachbardach lachte ein Kind, dann schimpfte eine Frau. Die Dose blieb geschlossen.
„Meine Schwester sammelt solche Dinge“, sagte Sophie nach einer Weile. „Kleine Dosen. Schachteln. Alles, was man öffnen kann und nicht muss.“
„Also war sie ein Geschenk.“
„Heute Morgen ja.“
„Und jetzt?“
Sie legte beide Hände um das Teeglas. „Jetzt ist sie unpraktisch geworden.“
Er sah auf ihre Finger. Der Ring mit der Kerbe lag dort, als hätte ihn jemand mit Absicht beschädigt. „Meine Mutter hatte eine Dose für Safran“, sagte er. „Sie hat sie nie benutzt. Sie sagte, gute Dinge verliert man schneller, wenn man sie aufbewahrt.“
„Hat sie recht behalten?“
Karim nahm sein Glas, trank aber nicht. „Sie hat den Safran verloren. Die Dose auch.“
Das war der erste Satz, der keine Kante hatte. Sophie stellte ihr Glas ab. Der Klang war leise, aber beide hörten ihn.
Eine Weile sagte niemand etwas.
Die Stille breitete sich nicht leer aus. Sie füllte sich mit dem Summen einer Fliege am Rand der Zuckerdose, mit dem fernen Hammer aus dem Markt, der noch immer in Sophies Kopf schlug, mit dem leichten Knacken des Holzes unter Karims Hand. Er hatte die Finger neben die Messingdose gelegt. Nicht darauf. Neben sie. Sophie sah, dass sein kleiner Finger nur eine Fingerbreite von ihrem Glas entfernt lag. Sie suchte keinen Grund, ihn wegzuschieben.
Dann klopfte es an der Treppentür.
Der Händler trat auf die Terrasse, als gehöre sie zu seinem Stand. Sein rotes Tuch hing nun locker über einer Schulter. In der Hand trug er ein Tablett mit drei frischen Gläsern Tee.
„Aziz“, sagte Karim.
„Karim“, sagte der Händler. „Sophie.“
Sie hob die Brauen. „Sie kennen meinen Namen?“
„Der Junge unten schreibt die Rechnungen. Sie haben für Jasminseife unterschrieben.“
„Sie lesen Rechnungen anderer Leute?“
„Ich lese alles, was auf einem Markt offen liegt.“
Aziz stellte das Tablett ab. Die Gläser klirrten. Dann setzte er sich ohne Einladung an die kurze Seite des Tisches. Sophie hätte widersprechen können. Karim auch. Keiner tat es.
„Also“, sagte Aziz. „Wer bekommt sie?“
Sophie lehnte sich zurück. „Das fragen Sie uns?“
„Ich frage, wer heute Abend schlafen will.“
Karim lachte. Sophie sah zu ihm hinüber, und diesmal sah er es.
Aziz schob die Dose in die Mitte. „Sechshundert.“
„Sie haben uns herbestellt, um den Preis zu erhöhen?“, fragte Sophie.
„Ich habe Sie herbestellt, weil auf dem Markt zu viele Leute zuhören.“
„Und hier?“
Aziz zeigte auf die Dächer, die Antennen, den Himmel, in dem die Hitze noch flimmerte. „Hier hören nur die, die sich ohnehin einmischen.“
Karim verschränkte die Arme. „Zweihundert.“
„Dreihundert“, sagte Sophie.
Er drehte den Kopf zu ihr. „Schon wieder?“
„Ich verhindere eine Beleidigung des Handwerks.“
Sein Mund zog an der Ecke. „Das war meiner.“
„Sie haben ihn liegen lassen.“
Aziz schlug mit dem Löffel gegen ein Teeglas. Ein heller Ton sprang über die Terrasse. „Vierhundert. Jeder zahlt zweihundert.“
„Und wer nimmt sie mit?“, fragte Sophie.
Aziz sah sie an, dann Karim. „Sie machen es immer noch falsch.“
Karim beugte sich vor. „Dann erklären Sie es.“
„Nein. Erklärungen verderben gute Ware.“
Sophie nahm die Dose. Karim griff nicht danach. Das bemerkte sie sofort. Der Deckel saß fest. Sie drehte ihn. Nichts. Sie setzte den Fingernagel an die Kratzspur, drückte, zog, drehte wieder.
„Darf ich?“, fragte Karim.
Sie hielt die Dose noch einen Moment. Dann reichte sie sie ihm.
Seine Finger streiften ihre Handfläche. Nicht genug, um sich zu entschuldigen. Genug, dass sie das Teeglas zwischen ihnen wieder ansah.
Karim prüfte den Rand, den Boden, die kleine Delle neben dem blauen Emaille. Er zog seinen Ring ab und setzte die Kante in die schmale Fuge. Der Deckel gab mit einem trockenen Klicken nach.
Innen lag nichts.
Keine Nachricht. Kein Safran. Kein Geheimnis. Nur der dunkle Boden und ein Rest von altem Staub.
Sophie begann zu lachen, leise zuerst, dann mit einer Hand vor dem Mund. Karim sah sie an, als hätte er den Klang nicht erwartet und müsste ihn sich merken. Aziz trank Tee.
„Leer“, sagte Sophie.
„Sehr selten“, sagte Aziz.
Karim legte den Deckel neben die Dose. „Sie verkaufen Nichts für vierhundert.“
„Nein“, sagte Aziz. „Ich verkaufe zwei Stühle an einem Tisch.“
Diesmal sagte keiner etwas zurück.
Der Abend legte sich nicht weich über die Stadt; er kühlte die Kanten der Dinge. Auf den Fliesen verlor die Wärme ihren Griff. Sophie schob zweihundert Dirham über den Tisch. Karim tat dasselbe. Aziz zählte die Scheine nicht. Er nahm sie, stand auf und steckte die leere Dose in keine Tasche.
„Die Ware bleibt bis morgen hier“, sagte er. „Wer zuerst kommt, nimmt sie.“
„Das ist kein Handel“, sagte Sophie.
„Doch“, sagte Aziz. „Nur nicht der, den Sie kennen.“
Er ging zur Treppe. Am Eingang drehte er sich noch einmal um. „Der Markt öffnet früh. Aber nicht alles Wichtige wartet dort.“
Seine Schritte verschwanden. Unten klirrte wieder Geschirr.
Sophie und Karim saßen mit der offenen Dose zwischen sich. Die Minze in ihrem Glas war ganz nach unten gesunken. Karim steckte seinen Ring wieder an, doch er traf den Finger nicht gleich. Er versuchte es ein zweites Mal. Sophie sah weg, bevor er merkte, dass sie es sah.
„Ich stehe früh auf“, sagte sie.
„Ich auch.“
„Dann wird es knapp.“
„Marrakesch hat viele enge Gassen.“
Sie nahm den Deckel, legte ihn auf die Dose und drückte ihn nicht zu. „Vielleicht verlaufe ich mich.“
„Vielleicht kenne ich den Weg.“
Sie sah ihn an. Unter ihnen begann der Hammer wieder, oder ein anderer, oder nur eine Erinnerung daran. Hell, hart, geduldig.
„Gute Nacht, Karim.“
„Gute Nacht, Sophie.“
Sie stand auf. In den drei Sekunden, in denen sie zur Treppe ging, hielt er seine Hand am Teeglas und bewegte sie nicht. In der ersten Sekunde sah er den Staub am Saum ihres Kleides. In der zweiten den Silberring mit der Kerbe. In der dritten blieb sie stehen, ohne sich umzudrehen.
Am nächsten Morgen lag die kleine Messingdose noch auf dem Tisch der Dachterrasse. Daneben standen zwei leere Teegläser. Zwischen ihnen klebte ein einzelnes Minzblatt auf den warmen Fliesen.




